Donnerstag, 16. November 2006
Minimalistische Herbstpromotion
Derzeit finden Süßschnäbel wie ich auf den Packungen diverser Schokoladenprodukte von Ferrero den aufgedruckten Hinweis auf einen in der Packung befindlichen „persönlichen Glücks-Code“. Selbiger stellt Gewinne in Form von Autos, Reisen und ähnlich willkommenen Dingen in Aussicht. Nun muss man ja heute keine Sammelpunkte mehr ausschneiden, liebevoll auf eine Postkarte kleben und abschicken – nein – heute geht sowas ja pfiffigerweise schnell und unkompliziert per Internet. So ist die Chance natürlich viel größer, weniger gewinnspielfreudige Menschen wie mich zum Mitmachen zu bewegen. Es werden keine persönlichen Daten abgefragt, also was soll's.
Mit meinem „persönlichen Glücks-Code“ bewaffnet tippte ich die angegebene Internetadresse ein und wurde von einer einladend gestalteten Seite empfangen, die mir erstmal die Sprache verschlug. Immerhin steht im Seitentitel „FERRERO - Herbstpromotion“. So weiß man mangels weiterer Anhaltspunkte zumindest, dass man wahrscheinlich die richtige Adresse eingegeben hat:
Eigentlich müsste ich dieses Fundstück zur Un-Website des Tages küren – wenn es denn eine wäre. Auf dem Screenshot ist der gesamte Seiteninhalt zu sehen ... Der Rest der Seite besteht nur aus der seltsamen herbstlich anmutenden Hintergrundfarbe.
Mal davon abgesehen, dass sich mir hier die Notwendigkeit eines Popup-Fensters nicht erschließt, ist mir außerdem dank der nicht vorhandenen Begrüßung spontan die Lust vergangen, an diesem Gewinnspiel teilzunehmen. Das ist, als hinge an der Eingangstür ein Schild mit der Aufschrift „Geh weg!“.
Bin ich aber nicht. Nachdem ich mich vom ersten und zweiten Schockmoment erholt hatte, habe ich auf diesen Link geklickt. Es kommt die obligatorische Flashseite, die allerdings optisch nett anzuschauen und auch selbsterklärend in der Bedienung ist. Eine Seltsamkeit aus der Rubrik „Man kann es auch übertreiben“ kommt aber noch: nach der Eingabe des Codes und Betätigung eines (Flash-)Weiter-Buttons folgt eine Captcha-Abfrage, die die Überschrift „Ihr persönlicher Sicherheitscode“ trägt. So kann man es auch nennen ... Zur Eingabe der fünf alphanumerischen Zeichen sind fünf einzelne Felder vorgesehen. Ich kenne mich mit Flash nicht aus, aber müsste ein Spam-Bot nicht schon an den Flash-Schaltflächen selbst hängenbleiben (wenn er denn überhaupt bis zum Popup-Fenster kommt)?
Liebe Ferrero-Herbstpromotion-Verantwortliche, stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr Kunde. Nehmen Sie sich doch mal spaßeshalber einen Ihrer Glücks-Codes und gehen Sie in freudiger Erwartung auf die angegebene Website. Und, fühlen Sie sich willkommen?
Übrigens: ich habe nichts gewonnen. Jetzt muss ich wohl noch mehr Süßwarenpackungen mit „Glücks-Codes“ kaufen ... Ist das am Ende ein abgekartetes Spiel? ![]()
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